AM 09. Oktober 2016

2016 Bank of America Chicago Marathon

REISEBERICHTE & KUNDEN ÜBER UNS

CHICAGO –MARATHON - October 13, 2013

Mein zweiter USA-Marathon nach 2011,und mein dritter in der „Marathon Majors“-Serie nach Berlin und New York, sowie mein 17. Marathon insgesamt.

Alles in allem, Chicago war eine Reisewert, die gesamte Woche dort war hervorragend, der Marathon selbst ein perfekt organisierter und für mich unter den gegebenen Voraussetzungen ein hervorragender Lauf.

Einen großen Anteil an dem tollen Gesamt-Erlebnis hatte mal wieder das Team von interAir! Von der ersten telefonischen Kontaktaufnahme Ende letzten Jahres (Sabine) mit der noch recht vagen Idee, ich könnte ja 2013 evtl. Chicago laufen, über die Buchung, die Buchung von Sonderwünschen -Ticket für ein NFL-Spiel der Bears- (Vanessa), den Versand der Unterlagen und Tickets (Julia), bis hin zur Betreuung vor Ort (Achim und Axel), es klappte wieder einmal alles absolut perfekt! interAir, ihr seid super!

Am Mittwoch 9. Oktober Hinflug mit LH, Ankunft mittags am O’Hare airport. Dank der detaillierten Beschreibung in den Reiseunterlagen konnte ich mit Schwebebahn, Blue und Red Line für 2,25 USD nach Downtown fahren und das Taxigeld (ca 40,-- USD) sparen. Ankunft im Hotel HOMEWOOD SUITES, welches ich auch nur empfehlen kann. Keine 5 Gehminuten von der Magnificent Mile entfernt, Frühstück und (Mo-Do) Abendessen ebenso inclusive, wie free WiFi und zu jeder Tages- und Nachtzeit freien Kaffee, große gemütliche Zimmer. Alles bestens.

Mittwoch abend noch erster Spaziergang um den Block, dann ein paar Bahnen im Hotelpool geschwommen in der 19. Etage.

Donnerstag, 10.10.: Spaziergang zum Grant Park zur berühmten Cloud Gate Sculpture („Muschel“), dann Start zur Trolley sightseeing tour, die als hop-on, hop-offfunktioniert, d.h. man kann an verschiedenen Stationen aussteigen und irgendwann später einen der nächsten Busse nehmen und die Tour fortsetzen. Auf diese Weise habe ich die wichtigsten Punkte von Chicago schon mal kennengelernt. Spaziergang über Navy Pier und natürlich hoch auf den Willis Tower (ehemals Sears Tower), frühermal das höchste Gebäude der Welt, heute „nur noch“ auf Platz 9 in dieser Rangliste. Auf einer der vier berühmten Aussichtsplattformen „The Ledge“ in der 103. Etage (Glaskästen,die völlig im Freien hängen) das obligatorische Foto „on top ofthe world“ gemacht.

Donnerstag-abend das nächste ganz besondere Highlight: es ging ins Soldier Field zum NFL Football-Heimspiel der Chicago Bears gegen die New York Giants. Den ganzen Tag über liefen die Chicagoans in Bears-Trikots und Kappen durch die Stadt. Ich hatte mich angepasst und ebenso eingekleidet. Circa 2 Stunden vor kick-off ziemlich weit oben in der gigantischen Schüssel meinen Platz bezogen. Die Wartezeit wurde nicht langweilig, da ein abwechslungsreiches Programm ablief, das Stadion füllte sich, die Stimmung war klasse. Als es dann soweit war, wurden die wichtigsten Bears-Spieler einzeln vorgestellt und liefen in einem Cheerleader-Spalier einzeln ein, jeweils begleitet von einem tollen Feuerwerk. Das Spiel selbst war total spannend und faszinierend. Mit der Zeit verstand ich auch die Regeln, die ich vorher nur vage gekannt hatte, ziemlich gut. Am Ende gewannen die Bears knapp mit 27:21dank zweier Field-Goals bei gleicher Anzahl an Touchdowns beider Teams. Zurück ging es sehr diszipliniert und absolut friedlich zu den wartenden Bussen, die sich ihren Weg nach Downtown überraschend schnell bahnen konnten.

Freitag, 11.10.: um 7 Uhr stand der Vor-Frühstückslauf mit interAir an. Dabei erstes Wiedersehen mit connect-Kollege Rolf Colberg aus Karlsruhe. Schöner gemütlicher 45minütiger Lauf durch das erwachende Chicago.

Anschließend duschen und frühstücken,und dann gemeinsame Fahrt mit Orga-Chef Achim und den anderen interAir-Läufern zur Marathon-Expo, hier auch Rolfs Frau Ilona endlich wiedergetroffen.

Auf der Expo klappte mit Abholung der Unterlagen alles perfekt. Ein wenig kam die Kreditkarte noch zum Einsatz, ehe es mit einem der gelben Schulbusse zurück in die Stadt ging.

Am Abend dann das Willkommens-Treffen,bei dem uns Achim mit einer Powerpoint-Präsentation auf den Marathon einstimmte und so richtig Lust machte, am liebsten gleich loszulaufen. Danach nochmal zur Cloud Gate Sculpture spaziert und einige sehr schöne Nachtaufnahmen von der Muschel und Skylinegemacht.

Samstag, 12.10.: Nach dem Frühstück gemeinsamer walk zum Navy Pier und Abfahrt der Architectural RiverCruise. Da es in Chicago die ganze Zeit über sommerlich warm war (20-25 Grad C) konnten wir auch hier oben auf dem Deck im Freien sitzen und tolle Bilder schießen.

Nachmittags gab es Zeit, etwas auszuruhen, ehe abends die gemeinsame Fahrt zur Pasta-Party anstand.Die Location (großer Saal im Keller des Chicago Hilton) war nicht ganz so toll, dafür war das Pasta-Buffet sehr reichhaltig undlecker.

Sonntag, 13.10.: Ich brach sehr früh Richtung Grant Park auf (5:40 Uhr). Nach ca 20 Gehminuten hatte ich die Sicherheitskontrollen an Gate 1 erreicht. Rein ins Start-Dorf, von kompetenten und allgegenwärtigen Volunteers (insgesamt waren12.000 Helfer im Einsatz) gleich richtig in meine „rote“ Ecke dirigiert, insgesamt drei Stopps auf Dixi-Toiletten, Kleiderbeutelabgabe, und dann um 7 Uhr in meine Starting Corral C für Wave 1, die pünktlich um 7.20 Uhr schließt. Jetzt ging alles sehr schnell, eine Schweigeminute für Boston, die amerikanische Nationalhymne, die voller Inbrunst von den (amerikanischen) Läufern mitgesungen wurde, und nach dem Elite-Start um 7.30h ging es für mich um 7.35 Uhr auch schon auf die lange Reise.

Bei Meile 1 kamen wir an unserem Hotel vorbei, zu früh, um auszusteigen, außerdem fühlte ich mich so gut,daß ich mich auf die weiteren 25 Meilen freute. Und wie ein Zuschauerplakat später auch verkündete „Sorry, you can’t quit, you are not the Pope!“.

Es lief prima, die Stimmung an der Strecke typisch amerikanisch, zwar fast keine Musik-bands, dafür aber jubelnde, krakelende Zuschauer in Dreier-, Fünferreihen, dieeinfach nie still sind und immer Spektakel machen und anfeuern. Es machte Spaß, und da ich ohne echtes Zeitziel unterwegs war, einfach nur auf „ankommen und Spaß haben“ lief, in der Hoffnung, endlich mal wieder einen Marathon ohne Kniebeschwerden absolvieren zu können,konnte ich alles bewußt aufsaugen. Ich schaute immer nur bei den Meilen-Schildern auf meine Garmin, und solange ich die Meilenzwischen 9 und 10 Minuten absolvierte, war alles bestens. Es ist für den Kopf doch deutlich besser, wenn man „nur“ 26 Meilen zu laufenhat, statt 42 Kilometer. Jedenfalls waren die interAir-Fotostellenbei Meile 3 und Meile 12 schnell erreicht, auch die HM-Marke bei 13.1 kam flott und mir ging es gut.

Irgendwie ging es getragen von der tollen Stimmung weiter bis Meile 20. Da wurde mir zum ersten Mal bewußt, daß mein Knie ja noch überhaupt keine Mucken gemacht hatte, und ich beschloß, daß auf den letzten 6 Meilen jetzt auch nichts mehr passieren würde. Bei Meile 24 ging es mir immer noch gut, und so schaltete ich ein bis zwei Gänge hoch und konnte die letzten beiden km als die schnellsten des Rennens verbuchen, wie die Garmin-Auswertung zeigte in ordentlichen 5:15/km. Und schon kam das Schild „1 Mile to go“, schließlich „800 Meters to go“, und dann war ich auch über der Ziellinie.

Die Zielzeit von 4:15h stimmte mich total zufrieden, vor allem angesichts der Tatsache, daß mein Knie auch beim ausgehen im Ziel überhaupt nicht schmerzte! Das Marquardt-Training seit Mitte Juli hatte funktioniert!

„Keep going, keep going“, riefendie Volunteers, hängten mir eine Plastikfolie um, klebten sie mit Tesa zusammen, hängten mir meine verdiente Medaille um, ich bekam reichlich Zielverpflegung zum gleich verzehren und zum mitnehmen, es wurde das Finisher-Foto vor dem Buckingham Fountain geschossen, holte meinen Kleiderbeutel ab (klappte wieder ruck-zuck), und begab mich in trockenen Klamotten zur Re-unite-Area, wo ich Achim, Alex und andere interAir-Läufer vorfand. Es wurden Bilder gemacht, Bier getrunken, gefachsimpelt.

Schließlich machte ich mich auf den Rückweg zum Hotel, für den ich jetzt doch etwa doppelt solange brauchte, wie noch am Morgen.

Im Hotel angekommen ging ich erstmal hoch in den Pool, um die doch müden Knochen etwas zu entspannen. Danach noch auf dem Zimmer relaxt, ehe es abends zum After-Marathon-Treffen mit interAir in den South Loop Club ging. Dort gab es dann Bier, Burger, French Fries (nach dem Marathon ist alles erlaubt!) und nette Gespräche.

Mo, 14.10.: Ein Tag zur freien Verfügung. Spaziergang über die Magnificent Mile bis zum Buckingham Fountain. Dort waren schon die meisten Spuren des Marathonsbeseitigt. Einige schöne Fotos dort geschossen, dann zurück über die Michigan Avenue bis zum Water Tower, Macys, Bloomingdales, Apple-Store, Nike Town, usw, usw.

Abends noch gemütlich mit Rolf und Ilona zusammengesessen.

Di, 15.10.: Nochmal ein Spaziergang in der Stadt, NBC-Tower, ein paar Fotos, einletzter Halt in einem Starbucks. Und dann ging es auch schon mit Red und Blue Line zum O’Hare Airport. Während der Fahrt ging der Sommer in Chicago zu Ende und es begann heftig zu schütten, was für ein perfektes Timing.

Mit dem Rückflug klappte auch alles,mit Ausnahme, daß wir eine Stunde auf dem Rollfeld standen und keine Starterlaubnis bekamen. Aber das war nur eine Marginalie, die eine perfekte, tolle Urlaubswoche und den insgesamt großartigen Eindruck von Chicago nicht trüben konnte.

Abschließend noch mal ein großes DANKESCHÖN an Achim und sein Team von interAir! Ihr seid klasse. Dienächste Reise mit euch kommt bestimmt. Ich weiß zwar noch nicht, wann und wohin, aber Lust habe ich auf jeden Fall, und schließlichmüssen Boston und London ja noch erlaufen werden.